Kurzbiografien

Auf dieser Seite findest Du die Kurzbiografien der 25 Frauen, die gegenüber der DEGOB über ihr Schicksal berichteten.
Die Veröffentlichung weiterer Biografien ist mittelfristig geplant.

Albert und Lídia Boros geb. Bíró waren die Eltern von Katalin Boros, die am 24.02.1924 in Budapest geboren wurde und damit das jüngste Kind des Paares war. Zur Familie gehörten zwei ältere Söhne. József István starb 1922 bereits im Alter von zwei Jahren. Der 1920 geborene Pál kam beim Einsatz in einem jüdischen Zwangsarbeitsbataillon der ungarischen Streitkräfte an der Ostfront in Russland ums Leben. Er wurde am 21.03.1950 zum 15.01.1942 für tot erklärt. Die Eltern Katalins wurden an einem nicht bekannten Ort – möglicherweise im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz – ermordet und am 21.03.1950 zum 15.07.1944 für tot erklärt.
Katalin war ledig und lebte vor ihrer Verschleppung nach Deutschland in Budapest, V. Stadtbezirk, Juhász Andor utca 12 (heute Falk Miksa utca 12). Als Berufe sind in den Unterlagen der Nationalsozialisten allgemein Angestellte und Arbeiterin angegeben.
Als eine von rund 70 Zwangsarbeiterinnen wurde sie bei der Evakuierung des Lagers durch die SS ohne Verpflegung zurückgelassen. Nachdem das Lager am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt wurde, transportierte man sie zusammen mit den anderen Frauen zwei Tage danach zur weiteren Versorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 blieb.
Katalin wohnte 1945 nach ihrer Rückkehr nach Budapest im VI. Stadtbezirk, Teréz körút 30 und arbeitete als Buchhändlerin. Sie sagte am 17.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
David E. Scherman, einer der beiden Fotografen, der die Befreiung des Lagers fotografisch festhielt, verliebte sich möglicherweise in sie oder sie sich in ihn. Sie behielten auch Briefkontakt bis in die 1970er Jahre. Wahrscheinlich gab es auch ihrerseits vergebliche Versuche in die USA auszureisen.
Schließlich heiratete sie András Mikes (* 1919) und wurde am 23.05.1954 Mutter eines Sohnes György. Die Ehe wurde später geschieden. Katalin starb im Januar 1985 im Alter von 60 Jahren in Budapest. Ihr Ex-Ehemann verstarb 1999 ebenfalls in der ungarischen Hauptstadt, ihr Sohn 2018 ebenda. 

Die am 14.11.1911 in Budapest geborene Margit Fleischner war die Tochter des Koffer- und Lederwarenhändlers Lajos und der Hausfrau Cecilia Vermes geb. Korkes. Zur Familie gehörte noch ihre ein Jahr ältere Schwester Jolán.
Margit war von Beruf Verkäuferin und seit dem 02.01.1938 mit dem Fotolaboranten Andor Mihály Fleischner (* 1909) verheiratet. Sehr wahrscheinlich war die Ehe kinderlos. Bevor Margit nach Deutschland verschleppt wurde, wohnte sie in Budapest, VII. Stadtbezirk, Dohány utca 71.
Sie war eine der zirka 70 Zwangsarbeiterinnen, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung ohne Verpflegung zurückgelassen wurde als das Lager am 13.04.1945 von der SS evakuiert wurde. Die Frauen wurden am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt. Zwei Tage später kam sie nach erster Notversorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurde.
Über den weiteren Lebensweg ihres Mannes liegen keine Informationen vor. Ihre Mutter Cecilia starb 1969, ihr Vater Lajos drei Jahre später. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet. Von ihrer Schwester ist bekannt, dass sie wie deren Ehemann Ferenc Gáti und die beiden Söhne Iván und János den Holocaust überlebten.

Edit Freundlich kam am 02.04.1922 in Budapest auf die Welt. Ihre Eltern waren der Unterwäschehersteller Sándor (* 1885) und die Hausfrau Borbála Jónás geb. Guttmann (* 1893). Zur Familie gehörte noch der 1924 geborene Lajos.
Verheiratet war die Näherin/Schneiderin mit dem 1909 geborenen Kaufmann Vilmos Freundlich. Als sie verhaftet wurde, wohnte sie in Budapest, VI. Stadtbezirk, Vörösmarty utca 59.
Etwa 70 Zwangsarbeiterinnen wurden im Lager zurückgelassen als es am 13.04.1945 durch die SS evakuiert wurde. Eine dieser Frauen war Edit. Bis zum 15.04.1945 blieben die Frauen ohne Versorgung bis sie von der US-Armee entdeckt wurden. Nach erster Notversorgung verlegte man sie zwei Tage später in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurden. 
Sie kehrte nach Budapest zurück und fand ihren Ehemann wieder. Sie wohnten wieder unter der gleichen Adresse. Edit gab am 18.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) das Erlebte zu Protokoll.
1946 und 1948 wurden ihre zwei Söhne Péter und András geboren. Die Familie verließ Ungarn im Januar 1948 und emigrierte über das D.P.-Lager Wentdorf, dann ab Bremerhaven mit dem Schiff USS General R. M. Blatchford (AP-153) am 20.09. 1950 in die USA.
Am 09.12.1955 erfolgte ihre Einbürgerung. Verbunden damit war Änderung der Vornamen. Aus Edit wurde Edith, aus Vilmos William und aus András Andrew.
Ihr Vater starb 1951, ihre Mutter ein Jahr später. Beide wurden auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet.
Edit verschied am 28.05.2004 in New York, ihr Ehemann bereits 1993 ebenda. Der erstgeborene Sohn Peter wurde ein bekannter TV-/Drehbuchautor und verstarb 2010 im Alter von 64 Jahren. 

Die Informationen zu Jolán Groszmann sind sehr rar. Geboren wurde sie am 06.05.1925 in Acsa. Über ihre Familie ist nichts bekannt. Ihre Mutter war möglicherweise eine geborene Löwy.
Zum Zeitpunkt ihrer Deportation war sie ledig. In Dokumenten der Nationalsozialisten sind als Beruf Verkäuferin und Schneiderin angegeben, als ihre letzte Wohnadresse Budapest, VII. Stadtbezirk, Almássy tér 8.
Jolán wurde mit der der Evakuierung des Außenlagers am 13.04.1945 auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Ihr gelang zusammen mit zwei Mitgefangenen die Flucht. Drei Tage lang versteckten sie sich im Wald ehe sie von Soldaten der US-Armee befreit wurden.
Sie kehrte nach Budapest zurück und bezeugte am 11.07.1945 gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) ihre Deportationsgeschichte.
Danach verliert sich ihre Spur. 

Ilona György war die älteste Gefangene im Außenlager Penig. Sie wurde am 26.01.1893 in Budapest geboren. Von ihrer Familie ist nur der Name ihrer Mutter bekannt, Mária Fischer. Sie war verheiratet mit dem Arzt Dr. Ármin György. Möglicherweise war die Ehe zum Zeitpunkt ihrer Deportation geschieden. Sie war Mutter eines Sohnes, der vermutlich György hieß. Als Beruf ist in den Unterlagen der Konzentrationslager Ravensbrück und Buchenwald Assistentin und Zahntechnikerin angegeben. Budapest, V. (heute XIII.) Stadtbezirk, Pozsonyi út 52 war ihre letzte Adresse, bevor sie nach Deutschland deportiert wurde.
Vom Todesmarsch gelang ihr zusammen mit anderen in Chemnitz die Flucht, da sich die Wachen nach und nach abgesetzt hatten. Sie versteckten sich zwei Tage in Scheunen. Bei einem Luftangriff kam eine ihrer Kameradinnen ums Leben. Schließlich wurden sie von Soldaten der US-Armee befreit. Nach fünfwöchiger Pflege verbesserte sich ihr Gesundheitszustand, sodass sie nach Budapest zurückkehren konnte.
Dort sagte sie am 16.07.1945 gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus. Weder ihren Ehemann bzw. Ex-Mann, der wahrscheinlich im Konzentrationslager Mauthausen ums Leben kam, noch ihren Sohn hatte sie zu diesem Zeitpunkt wiedergefunden. Sie lebte mindestens bis 1964 in Ungarn. 

Zsófia Haimann war eine der Zwillinge, die die Hausfrau Margit Haimann geb. Weisz (* 1891) am 19.06.1915 in Budapest zur Welt brachte. Ihr Vater war der Farben-Großhändler Géza Haimann (* 1878). Ihre Zwillingsschwester hieß Livia. Bevor die ledige Keramikerin Zsófia zur Zwangsarbeit verschleppt wurde, lebte sie in Budapest, V. Stadtbezirk, Klotild utca 4 (heute Stollár Béla utca).
Eine der etwa 70 Zwangsarbeiterinnen, die bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 zurückgelassen wurde, war Zsófia. Am 15.04.1945 wurde das Lager von der US-Armee entdeckt. Nach erster Notversorgung wurden die Frauen in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz verlegt, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurden.
Nach ihrer Rückkehr nach Ungarn wohnte sie 1945 zusammen mit ihren Eltern Margit und Géza wieder in Budapest unter der alten Adresse. Zsófia sagte am 16.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
1982 starb sie, sehr wahrscheinlich unverheiratet, und wurde auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet.
Neben ihr beerdigt ist ihrer Mutter, die im gleichen Jahr verstarb. Der Vater war bereits 1955 aus dem Leben geschieden. Ihre Schwester kam während des Holocaust unter ungeklärten Umständen ums Leben. Sie wurde am 28.07.1969 zum 15.01.1945 für tot erklärt.

Recht spärlich ist das Wissen um Berta Hegyi. Ihre Eltern waren Fani und Mátyás Weisz. Mehr ist von ihnen nicht bekannt. Zu Geschwistern liegen keine Informationen vor. Geboren wurde Berta am 31.05.1909 in Budapest. Verheiratet war sie mit Pál Hegyi und vermutlich Schneiderin von Beruf. Ihre letzte Wohnadresse vor ihrer Deportation war Budapest, V. (heute XIII.) Stadtbezirk, Váci út 6.
Wie ein Großteil der Zwangsarbeiterinnen ging Berta am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers auf den sogenannten Todesmarsch. Nach einem mehrtägigen Fußmarsch wurde sie zusammen mit anderen in Waggons nach Dachau verbracht. Von dort aus sollte es zu einem anderen Lager gehen, das nicht gefunden wurde. Mit zwei Kameradinnen gelang ihr die Flucht. Sie gingen von Dorf zu Dorf, bekamen Essen und übernachten bei Bauern in Ställen oder auf Dachböden. Sie wurden zweimal von SS-Soldaten gefangen genommen, konnten aber jeweils fliehen. Sie wurden in Kočov (Gottschau) von einem Bauern versteckt bis am 04.05.1945 die US-Armee in diesen Ort kam. Eine ihrer Begleiterinnen wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Berta konnte mit der anderen Begleiterin nach Hause.
1945 wohnte sie in Budapest, VI. Stadtbezirk, gróf Zichy Jenő utca 38 (heute Zichy Jenő utca 38). Sie informierte am 09.07.1945 in Budapest der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB). Dieses Dokument ist das letzte Lebenszeichen von Berta.

Rózsa Hercog wurde als Rózsa Czitrom am 14.02.1909 in Szolnok geboren. Sie war eines von mindestens acht Kindern von Mária (* 1872) und Benő Czitrom (* 1867), der als Schneidergehilfe arbeitete. Rózsa war Schuhmacherin und heiratete am 16.10.1938 in Budapest den geschiedenen Druckergehilfen Jenő Hercog (* 1898). Kinder aus dieser Ehe sind nicht bekannt. Vor ihrer Deportation lebte sie in Budapest, VII. Stadtbezirk, Csengery utca 6.
Rózsa war eine der etwa 70 Zwangsarbeiterinnen, die bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 ohne Verpflegung zurückgelassen und letztlich am 15.04.1945 von der US-Armee befreit wurde. Am 17.04.1945 kam sie nach erster Notversorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurde. Nach der Rückkehr nach Budapest wohnte sie in Budapest wieder unter der alten Adresse. Am 19.07.1945 sagte sie gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
Über ihr weiteres Leben ist nichts bekannt.
Ihr Ehemann starb im Februar 1945 wahrscheinlich im Konzentrationslager Mauthausen. Er wurde am 03.09.1948 für tot erklärt. Ihre Mutter überlebte den Holocaust, der Vater war bereits am 28.05.1927 in Budapest verstorben.
Über ihre Geschwister sind nur wenige Informationen vorhanden. Manó und Margit starben bereits als Kleinkinder. Von Dezső, Ferenc, Etel (Etelka) und Sándor liegen nur die Geburtsdaten vor. Ihr Bruder Jenö war Kellner, verheiratet mit Róza Flamm und hatte zwei Söhne György und Tamás. Während seine Familie überlebte, kam er an einem unbekannten Ort ums Leben und wurde am 17.06.1953 zum 15.03.1943 für tot erklärt. Dem Datum nach zu urteilen, starb er wahrscheinlich in der Ukraine, im Arbeitsdienst.

Am 22.06.1927 wurde Zsuzsa Heumann in Budapest vermutlich als einziges Kind des seit 1925 verheirateten Paar Lajos (* 1881) und Irén Heumann geb. Schnabl (* 1900) geboren. Sie war ledig und Schülerin. Der Vater war Kaufmann, die Mutter Hausfrau.
Zsuzsa wurde wie die meisten der Zwangsarbeiterinnen am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Nach einem mehrtägigen Fußmarsch wurde sie zusammen mit anderen in Waggons gesteckt. Der Zug fuhr bis Tachov (Tachau). Von dort ging es etwa 30 bis 35 km weiter zu Fuß. Nachts floh sie mit neun anderen Kameradinnen. Sie gaben sich als christliche ungarische Flüchtlinge aus und arbeiteten in der Küche eines Krankenhauses. Am 05.05.1945 um 10:45 Uhr kamen die Amerikaner in den Ort und befreiten die Frauen endgültig.
Nach der Rückkehr nach Ungarn wohnte Zsuzsa 1945 in Budapest, XIII. Stadtbezirk, Dagály utca 9/d und bezeugte am 06.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) ihren Leidensweg.
Ihre Mutter starb sehr wahrscheinlich im Konzentrationslager Bergen-Belsen, der Vater im Juli 1945 in Budapest.
Zsuzsa heiratete um 1947 János Dezső, in Kanada John, Aczél, einen später renommierten Mathematiker. Sie hatten zwei Töchter Katalin, später Catherine (* 1948) und Julianna, später Julie (* 1951). 1965 emigrierte die Familie nach Kanada, wo sie als Assistenzprofessorin an der Universität Waterloo in der Provinz Waterloo arbeitete. Ihren Namen wechselte sie in Susan. Ihre Kinder bescherten ihr drei Enkel Thomas, Robert und Rebecca.
Susan verstarb am 23.05.2010 in Waterloo, ihr Mann 2020 ebenda. 

Edith Himmler erblickte das Licht der Welt am 20.03.1914 in Losonc (heute Lučenec/Slowakei) als Tochter des Getreidehändlers Zsigmond Izsák (* 1872) und der Hausfrau Janka Himmler geb. Barok (* 1882). Der Vater starb bereits 1933, die Mutter wurde im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet und am 16.04.1948 zum 13.06.1944 für tot erklärt. Zur Familie gehörten außerdem noch zwei Halbbrüder aus der ersten Ehe der Mutter. Imre Lövinger, der Ältere der Beiden, kam 1944 beim Einsatz in einem der jüdischen Zwangsarbeitsbataillone der Ungarischen Streitkräfte ums Leben. Seine Frau wurde ebenfalls am 13.06.1944 in Auschwitz ermordet. Sándor Lövinger ging wahrscheinlich früh nach Großbritannien und heiratete 1938 in London die aus Ungarn stammende Katalin Pór. Später wanderte das Paar in die USA aus. Sándor starb 1964 in Chicago.
Die ledige Edith war zum Zeitpunkt ihrer Deportation Apothekerin und lebte in Budapest, VII. Stadtbezirk, Almássy tér 3.
Mit der Evakuierung des Außenlagers am 13.04.1945 wurde sie auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Noch am selben Tag flüchtete sie zusammen mit den Mitgefangenen Anna Kaufmann und Vera Váradi. Am 15.04.1945 kam die US-Armee nach Röhrsdorf, wo sie befreit wurden. Dort verbrachten sie eine weitere Woche und wurden zunächst per Lastwagen ins Lager Gera-Linz gebracht, ehe sie nach Ungarn zurückkehrten.
Nach der Rückkehr wohnte Edith 1945 in Budapest wieder unter der alten Adresse und sagte am 09.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
1948 heiratete sie den Chemiker Rezső Székely in Lučenec. Sie bekam eine Tochter Sylvia und arbeitete auch als Chemikerin.
Sehr wahrscheinlich emigrierte die gesamte Familie später nach Australien, vermutlich 1956. Die Ehe wurde geschieden.
Edith verstarb am 03.04.1996 in Sydney an Krebs. 

Éva Kádár war Tanzpädagogin und wurde am 23.10.1915 in Budapest als Tochter von Dr. Gyula und Frid(erik)a Kádár geb. Grosz geboren. Sie war ledig und lebte wohnte vor ihrer Verschleppung in das Frauen-KZ Ravensbrück in Budapest, V. Stadtbezirk, Berlini tér (heute Nyugati tér) 4.
Éva gelang vom Todesmarsch bereits in der Nacht zum 14.04.1945 in Chemnitz die Flucht. Sie konnte sich mit etwa 50 anderen Frauen verstecken, nachdem die SS-Wachen und Aufseherinnen sich nach und nach abgesetzt hatten. Sie liefen in das nächste Dorf und warteten dort auf die Amerikaner.
Nach der Rückkehr nach Budapest wohnte sie 1945 im V. Stadtbezirk (heute XIII.), Katona József utca 31. Éva bezeugte das Erlebte am 16.07.1945 in Budapest der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB). Danach verliert sich ihre Spur.
Zu den Eltern und möglichen anderen Familienmitgliedern liegen keine weiteren Informationen vor.

Nicht eindeutig geklärt ist die Identität der Zwangsarbeiterin mit der Häftlingsnummer 68572. Auf der „Namentliche Liste der Häftlinge des SS Kommandos Penig der Max Gehrt Werke“ ist die am 16.09.1910 in Kiskőrös geborene Szerén Spitzer aufgeführt.
Dagegen sagte am 20.07.1945 eine Sándorné Lindenfeld geb. Frida Salamon in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus. Im Protokoll sind als Deportationsorte Ravensbrück, Penig und Theresienstadt und ebenfalls die Häftlingsnummer 68572 benannt. Als Geburtsdatum ist der 17.06.1910 und als Geburtsort Székelyhíd (heute Săcueni/Rumänien) angegeben.
1945 lebten beide Frauen - Frida mit ihrem Ehemann Sándor - unter derselben Adresse Akácfa utca 59.
Dieser Widerspruch konnte bisher nicht aufgeklärt werden, sodass nur Vermutungen möglich sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich eine für die andere ausgegeben hat, entweder zum Zeitpunkt der Deportation oder nach der Rückkehr nach Ungarn gegenüber der DEGOB. Unwahrscheinlich ist, dass beide im Außenlager eingesperrt werden. Daher setzen wir uns mit beiden Biografien auseinander.
Szerén Spitzer war die Tochter des Kaufmanns oder Kaufmannsgehilfen Ármin (* 1885) und der Hausfrau oder Haushaltshilfe Róza Spitzer geb. Weitzenfeld (* 1890). Sie war ledig, von Beruf Verkäuferin und lebte in Budapest, VII. Stadtbezirk, Akácfa utca 59 als sie nach Deutschland verschleppt wurde. Zwei ältere Schwestern starben bereits im ersten Lebensjahr.
Von Fridas Eltern liegen keinerlei Informationen vor. Sie war mit dem Kellner Sándor Lindenfeld (* 1906) verheiratet und selbst Schneiderin von Beruf.
Eine der beiden Frauen ging am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers auf den sogenannten Todesmarsch und kam am 20.04.1945 im Ghetto (KZ) Theresienstadt an. Am 05.05.1945 übergab die SS dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Verantwortung für dieses Lager. Am 08.05.1945 erreichte die Rote Armee Theresienstadt und befreite die Häftlinge endgültig. Von dort kehrte sie zurück nach Budapest. Dort wohnten beide 1945 zusammen mit Szeréns Mutter Róza und Fridas Ehemann Sándor wieder im VII. Stadtbezirk, Akácfa utca 59.
Sehr wahrscheinlich heiratete Szerén den Angestellten Miklós Lovasi, von dem sie vermutlich 1950 bereits wieder geschieden wurde. Danach verliert sich ihre Spur.
1968 starb ihre Mutter in Budapest, wo sie auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca bestattet wurde. Der Vater wurde im März 1945 im Konzentrationslager Mauthausen ermordet oder starb dort im Mai 1945 nach seiner Befreiung.
Frida emigrierte sehr wahrscheinlich ohne ihren Ehemann 1956 über Wien oder Eisenstadt (Österreich) nach Frankreich. Über ihren weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Sándor starb 1969 in Budapest. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca begraben.

Am 20.05.1914 wurde Julia Meisels in Kunszentmiklós geboren. Ihr Vater war der 1855 geborene Anstreicher Jakab Salamon Meisels, ihre Mutter Száli oder Sára Meisels geb. Reisz. Die Eltern, die 1902 geheiratet hatten, starben als sie noch Kind war.
Julia war als sie nach Deutschland verschleppt wurde, ledig und möglicherweise Kellnerin oder Haushälterin von Beruf. Als ihre letzte Wohnadresse ist Budapest, VII. Stadtbezirk, Dohány utca 86 bekannt.
Sie ging am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers auf den sogenannten Todesmarsch. Ihr gelang mit zwei Kameradinnen in Chemnitz die Flucht. Die drei Frauen liefen in Richtung Tschechien, wurden dabei zweimal von der Polizei aufgegriffen, kamen jedoch jeweils wieder auf freien Fuß. Sie gaben sich als Christen aus und kamen so in Karlovy Vary (Karlsbad) an Lebensmittelkarten. Sieben Kilometer von Karlovy Vary wurden sie am 09.05.1945 von der Sowjetarmee befreit. Sie wurden dort sechs Wochen in einem Krankenhaus betreut und kehrte Mitte Juni 1945 nach Budapest zurück.
Nach ihrer Rückkehr wohnte sie 1945 in Budapest wieder unter der alten Adresse. Julia wurde am 08.07.1945 in Budapest von der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) befragt. Über ihr weiteres Leben ist nichts bekannt.
Sie hatte mehrere Geschwister, zu denen kaum Informationen vorliegen. Janka und Sándor starben noch vor ihrem ersten Geburtstag, von Manó (* 1903) und Berta (* 1904), den beiden Ältesten sind nur die Geburtsdaten bekannt. Von Bernát (* 1912) und Mihály (* 1916) konnte zumindest recherchiert werden, dass sie den Holocaust überlebten.

Rózsa Mondschein war vermutlich unter ihrem Mädchenname Rózsa Bürger im Außenlager Penig. Von ihrer Familie ist wenig bekannt. Ihre Mutter hieß Hermin oder Hermina Bürger geb. Diamant. Sehr wahrscheinlich hatte sie noch einen etwa sechs Jahre älteren Bruder Artúr.
Geboren wurde Rózsa am 22.05.1924 in Pálháza. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Gefangennahme ledig, von Beruf Schuhmacherin oder Schuhmachergehilfin und wohnte in Budapest, VII.Bezirk, Akácfa utca 32.
Rózsa gelang bereits am ersten Tag des Todesmarschs in Chemnitz am 13.04.1945 zusammen mit 24 weiteren Mithäftlingen die Flucht. Sie verbrachten eine Nacht in einem leeren Straßenbahnwagen. Sie drehten ihre Häftlingskleidung um, um nicht aufzufallen und gaben sich als ungarische Arbeiterinnen aus. In Chemnitz-Borna haben sie zwei Wochen für Lebensmittel bei ein paar Familien gearbeitet. Anschließend ging es zu elft weiter bis sie am 05.05.1945 die tschechische Grenze erreichten. Einige der Frauen wurden unterwegs erschossen, weil eine Kameradin versehentlich verraten hatte, dass sie Jüdinnen waren.
Sehr wahrscheinlich heiratete sie 1945 gleich nach ihrer Rückkehr György Mondschein (* 1921) – oder eher unwahrscheinlich, sie war bereits mit ihm verheiratet und gab bei der Verhaftung ihren Geburtsnamen an. Das Paar wohnte 1945 zusammen in Budapest unter der alten Adresse. Rózsa Mondschein berichtete am 03.08.1945 in Budapest der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB). Es ist zugleich das letzte vorliegende Dokument über sie.
Ihr Ehemann starb wohl 2004 und ist auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet. Ihr Bruder war im Einsatz bei einem jüdischen Zwangsarbeitsbataillon der ungarischen Streitkräfte ums Leben gekommen.

Am 04.01.1923 erblickte Éva Öszterreicher in Budapest das Licht der Welt. Sie war das erste Kind der seit 1922 verheirateten Ernő (* 1886) und Kornélia Öszterreicher geb. Langfelder (* 1900). Zur Familie gehörte mit Imre noch ein Bruder, der 1925 geboren wurde. Die ledige Angestellte lebte bis zu ihrer Verhaftung in Budapest, VII. Stadtbezirk, Thököly út 8.
Éva ging am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers auf den sogenannten Todesmarsch, den sie überlebte. Sie kehrte nach Ungarn zurück und wohnte 1945 zusammen mit ihren Eltern in Budapest, VII. Stadtbezirk, Baross tér 12. Imre wurde 1944 im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet.
Am 26.06.1945 sagte Éva gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus. Sie heiratete am 26.12.1946 in Budapest den 1911 geborenen György Szentpéteri. Das Paar bekam zwei Töchter. Judit arbeitete später als Kinderärztin und Anikó bei der ungarischen Industrie- und Handelskammer.
Ihr Vater Ernő starb 1966 in der ungarischen Hauptstadt, ihre Mutter 1978 ebenda. Beerdigt sind beide auf dem dortigen jüdischen Friedhof Kozma utca.
Éva verstarb am 17.06.2004 in Budapest und wurde ebenfalls auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca bestattet. Drei Jahre später folgte ihr ihr Ehemann.

Aranka Pollák erblickte das Licht der Welt am 02.07.1913 in Budapest. Sie war eines von mindestens fünf Kindern des Schustergehilfen Vilmos und der Hausfrau Franciska Pollák geb. Ponger, die seit 1901 verheiratet waren. Ihre vier älteren Geschwister Teréz, Irma, Irén und Géza wurden zwischen 1901 und 1910 geboren.
Als Aranka deportiert wurde, war sie ledig und lebte im V. Budapester Stadtbezirk, gróf Teleki Pál utca (heute Október 6 utca) 22. Als Berufe sind in den KZ-Dokumenten Retoucheuse (Retuscheurin) und allgemein Arbeiterin angegeben.
Sie gehörte zu den ca. 70 marschunfähigen Zwangsarbeiterinnen, die von der SS-Wachmannschaft bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 ohne Verpflegung zurückgelassen wurde. Das Lager wurde am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt. Am 17.04.1945 kam sie mit den anderen Frauen nach erster Notversorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurde.
Aranka kehrte nach Budapest zurück und wohnte 1945 zusammen mit ihren Eltern sowie ihrem Bruder Géza und ihrer Schwester Teréz wieder unter der alten Adresse. Am 17.07.1945 nahm der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) in Budapest ihre Aussage auf. Später heiratete sie Sándor Gubics, verstarb 1965 und ist auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet.
Die Mutter schied 1945 aus dem Leben, der Vater zehn Jahre später. Teréz, verheiratet mit Ferenc Kertész, starb 1988 in Budapest. Gézas Todesdatum und -ort sind unbekannt. Von Irma ist nur das Geburtsdatum nachweisbar. Irén hatte Géza Schwed geehelicht. Während sie wahrscheinlich im Juni oder August 1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde, starb deren Mann im Januar 1945 in einem Außenlager des Konzentrationslager Dachau, Mettenheim I.

Mit Ibolya Reich und Rózsa Szántó waren zwei Schwestern im Frauen-KZ-Außenlager Penig. Sie waren wahrscheinlich die einzigen Kinder des Bäckergehilfen Sándor Simon Reich und der Hausfrau Szerén Reich geb. Raimond, die seit 1904 verheiratet waren.
Ibolya war die Ältere. Sie wurde am 16.02.1908 in Budapest geboren. Die ledige Näherin bzw. Schneiderin wohnte wie ihre Schwester zum Zeitpunkt ihrer Deportation in Budapest, VIII. Stadtbezirk, Rákóczi út 51. Rózsa, die mit János Szánto verheiratet war, kam am 12.06.1913 in Siófok zur Welt.
Beide Frauen gehörten zu den etwa 70 Zwangsarbeiterinnen, die im Lager ohne Verpflegung zurückgelassen wurden als es die SS am 13.04.1945 evakuierte. Am 15.04.1945 entdeckten US-Soldaten das Lager. Nach erster Notversorgung kamen sie zwei Tage später in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurden.
Die Schwestern kehrten nach Budapest zurück und wohnten 1945 zusammen mit ihrer Mutter Szerén und Rózsas Ehemann im VIII. Stadtbezirk, Erdélyi utca 19. Zusammen sagten die Beiden am 11.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus. Während über das weitere Leben von Rózsa und János nichts bekannt ist, ist von Ibolya belegbar, dass sie Tibor Mittelmann heiratete, 1965 verstarb und auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet ist.
Der Vater war bereits 1938 gestorben, die Mutter 1951. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest begraben.

Die Dritte im Bunde, die am 11.07.1945 der DEGOB über ihren Leidensweg berichtete, war Margit Mayer geb. Weisz. Sie wurde am 08.02.1911 in Budapest als Tochter des seit 1910 verheirateten Ehepaars Márk und Laura Weisz geb. Weisz geboren. Ihr Vater war Buchhalter, die Mutter sehr wahrscheinlich Hausfrau. Die Familie komplettierten die jüngeren Geschwister Aladár, geboren 1913 und von Beruf Friseur, und Klára (* 1915).
Der Vater wurde am 02.11.1944 in Pestszentlőrinc-Pestszentimre, heute XVIII. Stadtbezirk von Budapest, ermordet (erschossen). Seine Leiche wurde im Februar 1946 exhumiert und auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet. Ihr Bruder galt seit seinem Einsatz im jüdischen Zwangsarbeitsbataillon der Ungarischen Streitkräfte im weißrussischen Krasnopol als verschollen und wurde am 07.06.1972 zum 15.03.1943 für tot erklärt.
Die mit dem Schaufensterdekorateur Róbert Mayer verheiratete Margit arbeitete in der Unterwäscheabteilung eines Modegeschäfts. Sie wohnte vor ihrer Verhaftung in Budapest, VII. Stadtbezirk, Rákóczi út 8/b.
Margit teilte das Schicksal von Ibolya Reich und Rózsa Szántó und gehörte zu den rund 70 zurückgelassenen und am 15.04.1945 befreiten Frauen.
Nach ihrer Gesundung startete sie mit der Bahn am 29.06.1945 in ihre ungarische Heimat und kam vor dem 11.07.1945 in Budapest an. Dort wohnte sie 1945 zusammen mit ihrem Ehemann wieder unter der alten Adresse und arbeitete später erneut als Verkäuferin. Die Ehe wurde geschieden.
Ihre Schwester Klára hatte 1938 den 1899 in Amsterdam geborenen niederländischen Juristen, Historiker und Archäologen János den Tex in Budapest geheiratet. Sie überlebte den Holocaust, da sie wahrscheinlich mit ihrem Mann bis 1941 in Athen und später bis 1946 in Kairo lebte. Dann kehrte das Paar in die Niederlande zurück. Sie und auch Margit unternahmen nach dem Krieg bei den ungarischen Behörden mehrere vergebliche Versuche die restliche Familie in die Niederlande zu holen.
Margit heiratete 1954 ein zweites Mal, den Frisör oder Frisörgehilfen Miklós Szemán. Nach dessen Tod im Jahr 1980 konnte sie zu Klára in die Niederlande ausreisen, wo sie 1990 starb und auf dem Alten Friedhof in Gooise Meren, Stadtteil Naarden bestattet ist.
Im Familiengrab sind auch ihre 2010 verstorbene Schwester, und ihre Mutter, verstorben 1973, beerdigt. 

aufgeschrieben von ihrem Sohn László Káldor

Klára Rosenberg wurde am 09.05.1922 in Ungarn geboren, in einer kleinen Stadt in der Tiefebene. Sie hatten sieben Geschwister – zwei Brüder und fünf Schwestern –, sie war die Sechste in der Reihenfolge. Leider wurde ihre Mutter, als Klára neun Jahre alt war, vom Rettungswagen abgeholt und kehrte nie mehr nach Hause zurück. Ihr Vater wollte keine neue Frau ins Haus holen, deshalb führte stets die älteste Schwester den Haushalt. Die Mädchen zogen nacheinander nach Budapest und heirateten, deshalb heiratete auch der Vater schließlich doch.
Auch Klára zog nach Budapest, lernte den Beruf der Hutmacherin und arbeitete. Sie wohnte bei einem Geschwisterteil und lebte das übliche Leben der jungen Leute. Doch plötzlich änderte sich alles: Es kamen die Judengesetze, die Einschränkungen und die Deportationen aus der Provinz.
Im Dezember 1944 brachte man sie gemeinsam mit ihrer Schwester an einen Sammelplatz, in das Ziegelwerk an der Bécsi út, und setzte sie dann in Waggons – 80 Personen stehend – in Richtung Deutschland in Bewegung. An der ungarischen Grenze wollte man sie schon nicht mehr übernehmen, doch die ungarischen Gendarmen „pressten“ sie trotzdem hinüber.
Sie kamen nach Ravensbrück, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen – ohne Kleidung und ohne Nahrung – bei minus 15 Grad Baumwurzeln roden mussten. Im Februar brachte man sie nach Penig, wo sie täglich in eine Fabrik gehen mussten, um Flugzeugteile herzustellen. Dort bekamen sie wenigstens Kleidung. Sie hörten bereits das Dröhnen der Geschütze, als die SS begann, das Lager zu liquidieren. Man trieb sie zu Fuß ins Landesinnere. Wer sich hinsetzte, stürzte oder nicht mehr weiterkonnte, wurde erschossen.
Nach einigen Tagen gelang Klára und ihrer Schwester die Flucht. Sie gingen entlang bewohnter Orte, schliefen in verlassenen Häusern und Wochenendhütten und aßen, was sie fanden. Es gab deutsche Familien, die ihnen Arbeit gaben, zu essen gaben und ihnen halfen. Unter abenteuerlichen Umständen gelang es ihnen, ohne Papiere in einer größeren Gruppe unterzutauchen und zu den Amerikanern durchzukommen. Mit Hilfe des Roten Kreuzes kamen sie anschließend in ein Erholungs-/Aufbaulager; da wog Klára nur noch 40 kg statt der früheren 54 kg.
Nach ihrer Heimkehr musste sie erfahren, dass ihr Vater und dessen Frau in Auschwitz umgekommen waren; eine schwangere Schwester und ihr jüngerer Bruder waren erschossen worden.
Aus ihrer Heimatstadt kannte sie vom Sehen einen jungen Mann, der beim Arbeitsdienst an der Ostfront verletzt worden war. Nach seiner Genesung brachte man ihn Richtung Deutschland; er kehrte später zusammen mit seinem Bruder aus Mauthausen zurück. Er hielt um ihre Hand an, und 1946 heirateten sie. Klára begann wieder zu leben. Sie hatte eine schöne Stimme und hätte gern Sängerin werden wollen. Doch das Schicksal griff ein: 1948 brachte sie einen Sohn zur Welt, danach lag sie wegen einer Thrombose fast ein Jahr im Krankenhaus – und konnte später keine schwere Arbeit mehr verrichten.
Wegen der Arbeit ihres Mannes zogen sie an den Balaton. Das Leben dort und die Mentalität der Menschen entschädigten sie für die verlorenen Jahre. Sie führte den Haushalt und zog ihren Sohn groß. Sie liebte es, auszugehen und ein geselliges Leben zu führen; oft fuhren sie nach Budapest ins Theater oder in die Oper.
Die Beziehung zu ihren Geschwistern war außerordentlich eng, besonders zu der Schwester, mit der sie die Schrecken gemeinsam überlebt hatte. Mit den Jahren zeigte sich jedoch eine Folge der Lagerzeit: Durch die übermenschliche Arbeit und das Tragen schwerer Lasten wurde ihre Wirbelsäule krank. Sie musste ein Stützkorsett tragen und konnte später ohne Hilfe nicht mehr aufstehen und sich nicht mehr alleine anziehen. Trotzdem blieben ihre Heiterkeit, ihr Optimismus, ihr Interesse an der Welt und ihre Leidenschaft fürs Singen ungebrochen; ihre schöne Stimme ist sogar durch eine Tonaufnahme erhalten.
Als ihr Mann erkrankte, sorgte sie – mit äußerer Hilfe – dafür, dass er in der vertrauten häuslichen Umgebung gepflegt werden konnte. Ihr Sohn wurde inzwischen erwachsen, kam an die Universität, heiratete und schenkte ihr zwei Enkelkinder, die ihr Leben erhellten. Sie war glücklich, dass ihr Sohn eine schöne Familie hatte und er zusammen mit seiner Frau erfolgreich war und unter guten Bedingungen lebte. Sie besuchten sie oft und halfen ihr; ihre Schwiegertochter pflegte sie aufopferungsvoll. Ihr Mann starb 1985, sie selbst 1994.
Woher ich das alles weiß? Daher, dass ich ihr Sohn bin – heute 77 Jahre alt, seit 55 Jahren glücklich mit meiner Frau zusammen und stolzer Großvater von drei heranwachsenden Enkeln. Sie war eine sehr gute Mutter. Ich bin ihr dankbar für mein Leben. Wenn sie jetzt von oben auf uns blickt, lächelt sie bestimmt.
Ihre Lebensphilosophie war: „Ich erinnere mich nur an das Schöne.“ So konnte sie ein volles und glückliches Leben führen. 

Stella Rosenheck war die Zweitälteste der Zwangsarbeiterinnen des Außenlagers Penig. Geboren wurde sie am 25.11.1894 in Wien als Tochter des Kaufmanns Edmund (* 1852) und der Hausfrau Gisela Neumann geb. Fehl (* 1862), die seit 1891 verheiratet waren. Stella hatte neben ihrer Zwillingsschwester Valerie noch zwei weitere Schwestern, die zwei Jahre ältere Elsa und die 1901 geborene Edith. Stella arbeitete als Diplom-Klavier- und Deutschlehrerin.
Am 06.01.1929 heiratete sie in Wien den Werkzeug- und Maschinenhändler Adolf Rosenheck (* 1895). Die Ehe blieb höchstwahrscheinlich kinderlos. Am 12.10.1938 stellte das Paar in Wien einen Auswanderungsantrag mit dem Ziel Mexiko, Südamerika oder Australien. Zur Emigration kam es jedoch nicht. Die Eheleute gingen letztlich nach Budapest. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre Eltern bereits verstorben, der Vater 1924, die Mutter 1938. Stella wohnte vor ihrer Deportation in das Frauen-KZ Ravensbrück in Budapest, VIII. Stadtbezirk, Népszínház utca 25.
Stella wurde bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 mit rund 70 anderen geschwächten Zwangsarbeiterinnen ohne Verpflegung zurückgelassen. Nachdem das Lager am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt wurde, brachte man sie, wie die anderen Frauen auch, zwei Tage später in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurde.
Nach der Rückkehr nach Ungarn wohnte sie wieder in Budapest und wurde am 11.07.1945 von der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) zu ihrem Schicksal befragt. Über ihr weiteres Leben ist nichts bekannt. Ihr Ehemann wurde am 01.12.1944 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und starb dort am 07.01.1945.
Etwa 1.000 Jüdinnen und Juden, u.a. Stellas drei Schwestern fuhren mit dem Transport N. 23 am 27.05.1942 um 21:05 Uhr vom Wiener Aspangbahnhof mit dem Zug Da 204 nach Minsk ab. Für jeden Deportierten erhob die Reichsbahn 20,20 Reichsmark von der SS. In Wolkowysk, im Südwesten von Weißrussland, mussten die Juden von Personenwagen in Güterwaggons umsteigen. Der Zug setzte seine Fahrt über Baranovichi nach Dzerzhinsk (Koydanovo) fort. Wegen des Wochenendes blieb der Zug mit den jüdischen Deportierten unter Bewachung auf dem Bahnhof Koydanovo stehen.
Am 01.06.1942 setzte der Zug seine Fahrt um 4:39 Uhr fort und traf um 6:09 Uhr am Güterbahnhof in Minsk ein. Unmittelbar nach der Ankunft mussten die Jüdinnen und Juden die Waggons zu verlassen und die Fracht entladen. Bis auf 20 bis 50 Deportierte, die zur Zwangsarbeit ausgesucht wurden, wurden alle anderen, darunter Stellas Schwestern, zu den vorher ausgehobenen Gruben in ein Kiefernwäldchen nach Blagovshchina gebracht. Dort wurden sie durch Angehörige der Waffen-SS erschossen. 

Das Leben von Helen Stern ist noch ein Buch mit sieben Siegeln. Geboren wurde sie am 26.03.1921 in Hársfalva (heute Nelipyno/Ukraine) oder im benachbarten Szászóka (heute Sasivka/Ukraine) geboren. Als sie nach Deutschland verschleppt wurde, war sie ledig und wohnte in Budapest, VII. Stadtbezirk, Dob utca 34. Von Beruf war sie möglicherweise Haushälterin oder Hausmädchen. Zu ihrem familiären Hintergrund kann keine Aussage getroffen werden.
Sie wurde am 13.04.1945 nach der Evakuierung des Außenlagers durch die SS auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. In oder bei Chemnitz blieb sie mit siebzig anderen Frauen zurück. Etwa zehn Tage lang hielt sich die Gruppe in Häusern, Wäldern, Scheunen und unter freiem Himmel verborgen. Als sie erfuhren, dass in Chemnitz-Borna ein Lager ist, gingen sie dorthin, wo sie in Baracken untergebracht wurden. Nach zirka einer Woche Aufenthalt verbrachte sie deutsche Polizei zu Fuß wieder nach Chemnitz, von wo ihr in der Nacht mit ungefähr zwanzig anderen die Flucht gelang. In Herrenhaide wurden sie am 30.04.1945 von der US-Armee befreit. Die amerikanischen Truppen brachten sie nach Cossen, wo sie sowjetisches Militär übernahm. Mit deren Hilfe kehrten sie über Pilsen, Prag und Bratislava zurück nach Budapest.
Nach der Rückkehr in ihr Heimatland Ungarn berichtete Helen am 24.06.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) über ihr Schicksal. Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie im V. Stadtbezirk, Sütő utca 2. Über ihr weiteres Leben ist nichts bekannt.

Das Leben von Magda Szemere ist verhältnismäßig gut dokumentiert. Geboren wurde sie am 28.07.1923 in Budapest. Als sie nach Deutschland verschleppt wurde, war sie ledig und von Beruf Lederverarbeiterin. Sie wohnte in Budapest, VII. Stadtbezirk, Klauzál utca 26.-28.
Ihre Eltern waren Lajos (* 1898) und Friderika Szemere geb. Neufeld (* 1900), die beide 1944 ermordet wurden. Die näheren Umstände sind nicht bekannt. Ihr drei Jahre jüngerer Bruder István kam 1944 oder 1945 in einem deutschen Arbeitslager ums Leben. Dessen Ehefrau Elvira und Sohn György überlebten den Holocaust.
Magda wurde am 13.04.1945, als das Außenlager durch die SS aufgelöst wurde, auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Auf dem Weg nach Chemnitz gelang ihr die Flucht, nachdem sie sich erschöpft in einen Straßengraben fallen ließ und für tot gehalten wurde. Sie wurde in Chemnitz von einer dort lebenden, gutherzigen österreichischen Familie gefunden, zu ihnen nach Hause gebracht und mit Essen versorgt. Eine Weile blieb sie dort bis sie wohl einem amerikanischen Lager übergeben wurde. Nach dem langen Hungern konnte ihr Magen das Essen nicht verarbeiten. Sie wurde sehr krank und in ein Krankenhaus nach Zwickau gebracht. Als es ihr wieder besser ging, fuhr sie mit einem tschechischen Transport Richtung Heimat, zunächst mit dem Bus nach Karlsbad (Karlovy Vary), dann weiter mit dem Zug über Prag und Bratislava nach Budapest.
Gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) berichtete sie am 02.07.1945 in Budapest.
Im Jahr 1946 kehrte sie als DP (Displaced Person) in ein Lager für DPs nach Bamberg, also nach Deutschland zurück. Als „DP“ wurde in dieser Zeit eine Zivilperson bezeichnet, die sich kriegsbedingt außerhalb ihres Heimatstaates aufhielt und ohne Hilfe nicht zurückkehren oder sich in einem anderen Land neu ansiedeln konnte. Als „DP“ anerkannt wurden auch ca. 300.000 jüdische Flüchtlinge, die 1946/47 nach antisemitischen Exzessen in Polen und Osteuropa in die westlichen Besatzungszonen Deutschlands flohen. Magda gehörte wahrscheinlich zu letzter Kategorie.
In Bamberg heiratete sie den ungarischen Holocaust-Überlebenden Andor Bernát (* 1912), dessen erste Frau Sári und Tochter Mária im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurden. Am 01.08.1947 gebar Magda ihren ersten Sohn István (später Stephen) in Bamberg.
Kurz bevor die Familie nach Israel abreisen wollte, erhielten sie einen Brief von Magdas Onkel Charles Szemere, in dem er anbot, ihre Einwanderung in die Vereinigten Staaten zu finanzieren. Charles war Magdas einziger Verwandter, der in der Zwischenkriegszeit in die Vereinigten Staaten ausgewandert war.
Die Bernats ließen sich nach ihrer Ankunft in den USA am 05.05.1949 zunächst in New York nieder und zogen später nach Florida. In New York wurde am 29.04.1952 ihr zweiter Sohn George geboren. Ihre Einbürgerung erfolgte am 11.11.1954.
Die Ehe mit Andor Bernat wurde am 06.07.1973 geschieden. Bereits drei Tage später ehelichtete sie Orville Gene Hyden in Miami. Diese Ehe hielt bis zum 06.02.1974. 
Im Zeitraum 1997 bis 2002 wohnte sie in 33139 Miami, 745 Euclid Ave, davor u.a. unter den Adressen 1238 Collins Ave # 202, 33139 Miami Beach (1995), 420 15th St Apt 10, 33139 Miami und 433 E 80 St, 10075 New York (1954).
Magda verstarb am 29.01.2003 in Miami.

Die am 23.09.1907 in Siklós geborene Ibolya Weisz war die Tochter von József und Etelka Darvas geb. Szüsz. Das Paar hatte ihren ursprünglichen Name Deutsch im Zuge der Magyarisierung von deutschen Namen geändert. Der Vater war bereits 1928 in Budapest gestorben, die Mutter starb 21 Jahre später ebenda. Ibolya war seit 1929 mit dem Angestellten Pál Weisz verheiratet, Hausfrau und wohnte vor ihrer Deportation in Budapest, V. (heute XIII.) Stadtbezirk, Sziget utca 19/b (heute Radnóti Miklós utca). Sie hatte mit Jenő, Magdolna und Tibor drei ältere Geschwister, die allesamt den Holocaust überlebten. Tibor emigrierte nach dem Krieg nach Frankreich und wurde am 12.03.1947 französischer Staatsbürger.
Ibolya war eine der etwa 70 Zwangsarbeiterinnen, die bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 ohne Verpflegung zurückgelassen wurde. Das Lager wurde am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt. Am 17.04.1945 kam sie nach erster Notversorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurde.
Sie kehrte nach Budapest zurück und lebte 1945 unter der alten Adresse. Am 17.07.1945 sagte sie gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
Sie und ihr Gatte, sie blieben sehr wahrscheinlich kinderlos, nahmen den Namen Vajda an.
Ibolya starb 1965 und ist neben ihrem Ehemann, der bereits 1958 verschied, auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet.

Als Tochter von Béla und Irén Weisz geb. Grosz, die seit 1919 verheiratet waren, wurde Mária Weisz am 30.10.1925 in Budapest geboren. Geschwister sind nicht bekannt. Bevor sie nach Deutschland verbracht wurde, lebte sie in Budapest, VI. Stadtbezirk, Ó utca 4, war ledig und Miederschneiderin.
Während des Todesmarschs blieb Mária unterwegs entkräftet zurück und kam in ein kleines Dorf, wo sie durch die Amerikaner befreit wurde.
Nach der Rückkehr in die ungarische Hauptstadt wohnte sie 1945 im VI. Stadtbezirk, Andrássy út 12. Sie sagte am 04.07.1945 in Budapest gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB). Danach verliert sich ihre Spur.
Ihr Vater starb bereits 1934, die Mutter 1982. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca in Budapest bestattet. 

Aranka Fried entstammte einer Großfamilie. Ihre Eltern Mór (* 1862) und Mária Sonnenschein geb. Stern (* 1870) hatten vermutlich mindestens noch zwölf weitere Kinder. Geboren wurde Aranka am 22.06.1906 in Budapest. Verheiratet war sie seit dem 12.05.1937 mit dem 1884 geborenen Elektriker Sámuel Fried und wohnte vor ihrer Deportation in Budapest, VII. Stadtbezirk, Akácfa utca 27. Kinder der Beiden sind nicht bekannt. Als Beruf sind Kauffrau und Näherin/Schneiderin angegeben.
Sie gehörte, wie die mit ihr aussagende Margit József auch, zu den etwa 70 marschunfähigen Zwangsarbeiterinnen, die bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 ohne Verpflegung zurückgelassen wurde. Nachdem das Lager zwei Tage später von der US-Armee entdeckt wurde, kamen die Frauen am 17.04.1945 in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurden.
Aranka Fried kehrte nach Budapest zurück und sagte am 12.07.1945 in Budapest gemeinsam mit Margit József gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus.
Sie emigrierte möglicherweise in die USA, wo sie vermutlich 1964 in New York verstarb.
Was mit ihrem Ehemann geschah, konnte nicht herausgefunden werden. Ihre Mutter († 1939) und ihr Vater († 1944) sind in Budapest auf dem jüdischen Friedhof Kozma utca bestattet. Von ihren Geschwistern liegen viele Informationen vor. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass ihre Schwestern Szidónia, Antónia, Ilona, Olga, Rozália und Berta sowie ihre Brüder Sándor, Géza und Andor den Holocaust überlebten. Dezső dagegen wurde Opfer des Einsatzes bei einem jüdischen Zwangsarbeitsbataillon der ungarischen Streitkräfte. Auch János wurde im Zuge des Holocaust ermordet, wobei die Umstände nicht bekannt sind. Das Schicksal ihres Bruder Béla war bisher nicht zu ermitteln.

Die Informationen zu Margit József sind spärlich. Sie wurde am 26.12.1911 in Nagyvárad (heute Oradea/Rumänien) geboren. Von ihrer Mutter ist bekannt, dass sie Eszter Klein geb. Grün hieß. Daten zum Vater und möglichen Geschwistern liegen nicht vor. Der Anstreicher Dezső József (* 1910 in Nagyvárad) war ihr Ehemann. Sie hatten mindestens einen Sohn, der nach dem Krieg nach Israel auswanderte und dort Meir Iozsef hieß. Die Wohnadressen vor ihrer Verhaftung waren Budapest, VII. Stadtbezirk, Wesselényi utca 8 und/oder VIII. Stadtbezirk, Tisza Kálmán tér (heute II. Stadtbezirk, János Pál pápa tér) 3. Sie war wahrscheinlich Hausfrau.
Nach ihrer Rückkehr in die ungarische Hauptstadt wohnte sie 1945 wieder im VIII. Stadtbezirk, Tisza Kálmán tér (heute II. Stadtbezirk, János Pál pápa tér) 3. Über ihr weiteres Leben ist nichts bekannt.

Vera Hoffmanns Biografie hat noch viele weiße Stellen. Die gefundenen Dokumente werfen auch Fragen auf. Vera erblickte das Licht der Welt am 12.01.1920 in Rózsahegy (heute Ružomberok/Slowakei) als Tochter des Kaufmanns Miklós (* 1888) und der Hausfrau Anna Rothmann geb. Kallus (* 1896). Ihre Eltern überlebten den Holocaust.
Als ihr Beruf ist in den KZ-Unterlagen Beamtin bzw. Hausfrau angegeben. Mysteriös ist die beurkundete Heirat mit dem 73-jährigen Ignác Hoffmann am 23.10.1940, der zu diesem Zeitpunkt womöglich noch mit Hermina Diamant verheiratet war, obwohl „geschieden“ in den Dokumenten festgehalten ist. Ignác starb am 01.06.1945 in Budapest. In anderen Dokumenten findet sich Imre als Name des Ehemanns. Eine Aufklärung dieser Widersprüche war bisher nicht möglich.
Auch nicht vollkommen aufgeklärt werden konnte, ob Vera bereits vor ihrer Deportation Andor Sólyom geheiratet hatte oder erst nach ihrer Rückkehr nach Budapest. Wahrscheinlicher ist letzteres.
Gesichert ist, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung in Budapest, IV. (heute V.) Stadtbezirk, Károly király út 16 und/oder VI. Stadtbezirk, Király utca 102 wohnte.
Vera gehörte zu der Gruppe von etwa 70 Zwangsarbeiterinnen, die bei der Evakuierung des Lagers am 13.04.1945 ohne Verpflegung zurückgelassen wurde. Das Lager wurde am 15.04.1945 von der US-Armee entdeckt. Am 17.04.1945 kamen die Frauen nach erster Notversorgung in ein Lazarett auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz, wo sie bis mindestens 11.06.1945 versorgt wurden.
Sie kehrte nach Budapest zurück und sagte am 05.07.1945 gegenüber der Deportáltakat Gondozó Országos Bizottság (DEGOB) aus. Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie im V. (heute XIII.) Stadtbezirk, Visegrádi utca 56.
Mutmaßlich heiratete sie später Andor Solyom, zu dem keine Informationen vorliegen, und wurde Mutter einer Tochter Julia. Nach dem Ungarn-Aufstand emigrierten sie und ihre Tochter nach Kanada, wo sie als Krankenpflegerin arbeitete und bis mindestens 1997 in Toronto lebte. Ihre Adresse im Jahr 1963 war 376A Bloor Street, Toronto.  

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